Giersch (Aegopodium podagraria) – das leckere Wildkraut

Wer kennt ihn nicht – den Giersch. Wenn von ihm die Rede ist, kann jeder Gartenbesitzer in das hohe Klagelied mit einstimmen. Denn mit Sicherheit geht es in dem Gespräch dann um den wahnsinnigen Ausbreitungswillen dieser Pflanze, die sich nicht durch Abernten der Triebe in ihrem Drang stoppen läßt. Die unterirdischen Ausläufer werden eher durch das Abreißen der Triebe in ihrem Wachstum bestärkt. Auch wir haben leidvolle Erfahrungen mit dieser Pflanze sammeln können. Allerdings kann ihr der benachbarte Schneefelberich (Lysimachia clethroides) Paroli bieten und sie unterdrücken. Nichtsdestotrotz sind Jungpflanzen bereits in unseren Rasen vorgedrungen.

Unsere schiere Verzweiflung ist nun in eine kulinarische Idee umgeschlagen. Wenn er sich so vehement gegen seine Vernichtung aus unserem Gartenreich stemmt, müssen wir das Biomassepotential einfach nutzen. So fanden wir ein Rezept, das wir just am heutigen Tage ausprobierten und das allen Familienmitgliedern gefiel. In einer Sahnesoße kombiniert mit Nudeln entfaltete er nochmals seine kulinarische Größe. Für alle, die nun gespannt sind, nachfolgend das Rezept. Vielleicht auch eine gute Halbzeit-Mahlzeit für das heutige EM Fußballspiel zwischen Deutschland und Holland…

100 g Giersch, 1 mittlere Zwiebel, Knoblauch, 4 Tomaten, 2 x 200g Sahne und Nudeln

 

Ausstellung “Sinnesorgane und Medien”

Wer einen Blick in Ekhard Lehmanns Wohnung erhaschen durfte, gerät unweigerlich ins Schwelgen. Nicht nur das Schwelgen in Begeisterung, sondern auch das Schwelgen in Erinnerungen. Die Erinnerung an technische Errungenschaften des 20 Jahrhunderts.

Der ehemalige Lehrer hat sich einem Sisyphus Projekt verschrieben, denn er möchte den Kindern und Jugendlichen die Entwicklung der Medien zeigen. Dazu sammelt er sämtliche Geräte, Maschinen von ersten Nachbildungen, Fotos über analogen Fotoapparaten bis hin zu digitalen Kameras, von den Anfängen der Computer bis zu den heutigen High End Maschinen. Bei ihm finden sich auch noch Schreibmaschinen, auf denen ich noch fleißig das 10 Finger System üben durfte und mich jedes Mal über die schwergängige Umschalttaste geärgert hatte.

Zu allen Maschinen werden verständliche Betriebsanleitungen verfasst, um den späteren Besuchern im Detail die Faszination vermitteln zu können. Denn für sein ehrgeiziges Projekt werden noch Räumlichkeiten und Sponsoren gesucht. In seinem unscheinbaren Zweifamilienhaus belegen die Exponate mittlerweile schon eine Etage.

Wenn Sie. lieber Leser, eine betagte Maschine noch ihr Eigen nennen oder lustige Anekdoten zum Thema Medien beitragen können, sind Sie herzlich eingeladen, mit Herrn Lehmann in Kontakt zu treten. Die Ausstellung umfaßt bisher folgende Themen:

Teil 1: Auge, Optik und optische Medien

Teil2: Ohr, Akustik und akustische Medien

Teil3: Schmecken, Riechen und Tasten (ca. 1000 Gegenstände)

Die Kontaktadresse lautet:

Ekhard Lehmann, Bruchstrasse 57, 50259 Pulheim (-Stommeln), tel. 02238-922761

eichelhäher – Die Zeitschrift der B.U.N.D Ortsgruppe Heiligenhaus

Die Anfang der 80er Jahre gegründete Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, kurz BUND genannt in Heiligenhaus hat gleich zu Beginn ihrer Existenz eine eigene kleine Zeitschrift herausgegeben. Der “Eichelhäher” beinhaltete sowohl kommunale als auch überregionale Themen. Dazu gab es einen Sonderdruck mit Terminen.

Als ich mich im BUND engagierte, wurde die Zeitschrift von Frank Ochsenfeld in der Hauptverantwortung gestaltet und gemanagt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie aufwändig die damalige Gestaltung war. Es wurde noch richtig ausgeschnitten und geklebt, denn der Computer steckte noch in den Kinderschuhen. Als ich später mit Herrn Lange die Hauptverantwortung übernahm, gab es schon die ersten 286er bzw. 386er Prozessoren. Wir arbeiteten damals mit einer der ersten Pagemakerversionen und hatten sogar Dank meines Nachbarn einen kleinen Handscanner zur Verfügung, der unendlich lange benötigte, um etwas zu scannen.

Da ich alle Ausgaben gescannt habe, bevor ich die Originale nach Düsseldorf ins Archiv gegeben habe, möchte ich dem an der Umweltschutz-Historie interessierten Menschen, diese zur Kenntnis bringen. Nachfolgend finden sich somit sämtliche mir zur Verfügung stehenden Ausgaben.

Download (PDF, 1.14MB)

Download (PDF, 1.01MB)

Download (PDF, 1.24MB)

 

Nachfolgend die Ausgaben des “Termin – Eichelhähers”

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Download (PDF, 86KB)

Download (PDF, 72KB)

 

 

 

 

 

 

 

Straßenschuhe in der Wohnung ?

Na wie haltet Ihr es, wenn ihr zu Besuch seid. Ich wette, dass in den meisten Fällen die Schuhe angelassen werden. Warum eigentlich. Stinken die Füße ? oder sind die Löcher peinlich, die sich gähnend dem neugierigen Betrachter zeigen würden. Sicherlich fällt vor der Entscheidung die Schuhe auszuziehen ein Blick auf den Boden und das Gehirn prüft schnell die Art des Bodenbelages. Die Frage ist natürlich auch, ob hochwertige Teppiche im Flur wirklich alle Besucher die Entscheidung treffen lassen, die Schuhe auszuziehen.

Jeder kennt die Situation. Ein Besucher tritt ein, sieht das Hausherr bzw. Hausherrin sich in Pantoffeln oder ähnlichem fortbewegen und strengt sich gerade an, die Schuhe auszuziehen, da ertönt es. Die Schuhe sind doch sauber, lassen Sie an. Nun warum lässt man den Besucher nicht die Schuhe ausziehen, denn optisch sauber, heißt noch lange nicht ohne Mikroorganismen etc. Ekelhaft finde ich es, wenn der beschuhte Besuch auf die Badezimmervorleger im Bad  tritt, auf dem die Wohnungsinhaber gewöhnlich auf nackten Füßen herumlaufen. Natürlich kann man diese Utensilien auch vor der Ankunft des Besuches in Sicherheit bringen, aber bitteschön, ein wenig mitdenken schadet doch nicht.

Sicherlich wird man die Frage Schuhe anlassen oder ausziehen situationsbezogen beurteilen. Auf einer Fete im gefliesten Wohnzimmer wird man höchstwahrscheinlich die Schuhe anlassen. Wie würde die Fete wohl aussehen, wenn das Wohnzimmer und die gesamte Wohnung mit Teppich ausgelegt wäre. Ich denke, die Mehrzahl würde die Schuhe anlassen. Interessant wäre auch die Frage, wie viel Prozent der Leute würden bei einer gefliesten Wohnung und einem Badvorleger in der Gästetoilette, diesen bei Benutzung zur Seite schieben, wenn sie noch die Schuhe tragen würden. Ich denke, dass die meisten den Vorleger an Ort und Stelle belassen würden.

Ich für meinen Teil halte es wie die Mehrzahl unserer ausländischen Mitbürger, ich ziehe die Schuhe grundsätzlich aus.

 

Dieser Beitrag wurde im März 2007 auf opinio veröffentlicht

Eine gewöhnliche Fahrt zu einer Weihnachtsfeier

Es ist Vorweihnachtszeit und so stehen wieder zahlreiche Weihnachtsfeiern auf dem Programm. So auch in unserer Firma. Man hatte nach Düsseldorf geladen. Zunächst um 19 Uhr am „Uerige“ und dann um 20 Uhr  ab zum „Schiffchen“.

Bereits 1,5 Std. vor der vereinbarten Zeit war ich auf der Autobahn 40 Richtung Duisburg unterwegs, glücklich es rechtzeitig geschafft zu haben. Das letzte Mal war ich vor Jahren in Düsseldorf. Die Fahrtroute hatte ich aus Zeitmangel mir nicht mehr angesehen und war der Auffassung, den Weg noch zu finden. Ich erreichte Düsseldorf noch weit vor der Zeit. Zunächst ließ ich mich von den Schildern Richtung Altstadt leiten, befand mich einige Zeit jedoch in Bilk wieder. Von dort aus musste ich auf Nachfrage bei einem Passanten wieder umkehren. Schließlich erblickte ich das Schauspielhaus und die aus der Vergangenheit vertrauten Gegebenheiten. Von dort aus war es nur ein Katzensprung bis zur Altstadt. Doch nun begann das Martyrium. Wo soll ich nun parken. Die Seitenstraßen quollen über vor Autos, die mal mehr oder weniger korrekt parkten. Angesichts dieser ausweglosen Lage entschloß ich mich wieder Richtung Schauspielhaus zu fahren in der Hoffnung, dass sich die Parksituation mit zunehmendem Abstand zur Altstadt entspannen würde. Nach einigem Suchen erspähte ich dennoch eine Parklücke, auf der anderen Fahrbahnseite. Mit quietschenden Reifen zog ich eine Kurve, um dann schnell rückwärts in die Lücke zu fahren. Der Platz befand sich direkt zur Auffahrt zu irgendeinem kulturellen Gebäude. Als ich gerade glücklich und zufrieden austeigen wollte, hupte jemand hinter mir. Der freundliche Autofahrer hinter mir, saß  aus welchem Grund auch immer, noch in seinem Fahrzeug und teilte mir mit, dass ich in einer Einfahrt parken würde. Ich ließ mich überzeugen, dass der Radius für Fahrzeuge, die die Einfahrt nutzen wollten, durch mein Fahrzeug entscheidend eingeschränkt werden würde. Ein wenig deprimiert versuchte ich nun in der Folge in den nun folgenden Seitenstraßen. Dabei wurde ich durch die Verkehrsregelung gezwungen, umständliche Umwege in Kauf zu nehmen, um überhaupt in die Seitenstraßen zu gelangen. Als sich eine ganze Zeit lang später der Kreis schloß und ich wieder an „meiner“ Parklücke vorüberfuhr, musste ich ernüchternd feststellen, dass dieser Platz nun besetzt war und der Herr in dem Fahrzeug dahinter auch nicht mehr in seinem Fahrzeug saß. Wahrscheinlich saß er nunmehr mit seinem Freund bei einem schönen Bier in der Kneipe. Was lernen wir aus der Geschicht. Lasse Dich nicht allzu leicht überreden. Die nun aufkeimenden Gedanken aus seinen Reifen einen schweizer Käse zu machen, verdrängte ich schnell wieder, da ein Blick auf die Uhr mir nun anzeigte, dass ich bereits den Treffzeitpunkt überschritten hatte und ich den Aperitif nun bereits vergessen konnte. Nun beschloß ich zum Rheinufer zu fahren, um dort nach einer Parkmöglichkeit Ausschau zu halten. Doch ehe ich mich versah befand ich mich auf der Brücke nach Oberkassel Richtung Neuss. Abbiegen war überall verboten. So entfernte ich mich zusehends von der Altstadt. Die ersten Hinweisschilder Richtung Neuss tauchten auf bis ich zu einer radikalen Methode griff und entgegen der Vorschriften in einem waghalsigen Manöver nun die Initiative ergriff und eine Wendung wie in einem guten Krimi vollzog. Als ich wieder über die Brücke fuhr, konnte ich die illuminierte Altstadt in einem schönen Panorama genießen. Ich wurde jedoch jäh aus meinen Träumen gerissen, da ich abbiegen musste, um zum Ufer zu gelangen. Auf der Uferstraße entschied ich mich zunächst wieder von der Altstadt wegz Richtung Rheinterrassen zu fahren, doch überall Parkscheinautomaten und besetzte Parkplätze. Jetzt wollte ich doch noch einmal die Gegenrichtung erkunden. Schnell war ich im Tunnelsystem. Im Tunnel gab es sogar einen Abzweig ins Parkhaus, das sogar noch frei war. Ich beschloß diese Möglichkeit anzunehmen falls ich auf der anderen Seite des Tunnels nicht fündig werden würde. Da nach dem Tunnelsystem schon die ersten Schilder des Stadtteils Bilks im Süden auftauchten, verließ mich der Mut. Also wieder hinein in die Röhre und ich wollte mich meinem Schicksal ergeben, in einem Parkhaus zu enden. Vorteil war sicherlich der danach nur kurze Weg in die Altstadt. Als ich jedoch vor der Schranke meine Aufwartung machte, traf mich der Blitz als ich auf die Preistafel blickte: 2,40 EUR/Std und für jede angefangene Stunde weitere 2,40 EUR. Aber natürlich, wem dies noch nicht reichte, der kann ja für über 17 EUR eine Tageskarte kaufen. Die Bierliebhaber und den geneigten Lesern werden jetzt sicherlich alles in Alt beim Uerige umrechnen. Nicht mit mir. Ein letztes Aufbäumen in mir und ich beschloß nun wieder von der Altstadt wegzufahren. Irgendwo muß es doch noch kostenfreie Parkplätze geben. Wieder an den Rheinterrassen vorbei und schließlich siehe da, freie Parkplätze so weit das Auge reicht. Meine Augen streifen hastig der Bürgersteigkante entlang auf der Suche nach einem Parkscheinautomaten. Nein nichts. Tatsächlich weit und breit kein Verbotsschild, keine Schranke einfach nichts. Es ist wie Weihnachten, es wird warm ums Herz. Mit Schwung rase ich in die Lücke, obwohl dies gar nicht nötig war, da links und rechts alles freie Plätze waren. Frohen Mutes nahm ich nun den Fußmarsch in Angriff, der mich in nur 15 min zum Uerigen führte. Pünktlich um 20 Uhr setzte ich meine Füße über die Schwelle des „Schiffchens“. Wie sagte schon Goethe: Hoffen ist besser als Verzweifeln…..

 

 

Dieser Artikel wurde im Dezember 2006 auf dem opinio Portal veröffentlicht

Moll-Häuser in Straelen – Schandfleck oder armseliges Gerangel

Nach Peter Lauster wird unsere Seele zu wenig beachtet. Sie steht in Konkurrenz zum Idol-Ich, dem Normen-Ich, der Ratio und dem Körper. Obwohl sie in unserer Gesellschaft eigentlich der Herr sein sollte, ist sie nur der Diener. Für mein Empfinden ist das Normen-Ich der gewaltigste Einflussnehmer in unserem Verhalten. Jedwede Handlung ist vom Einfluß von außen geprägt. Die Ratio versucht die von der Gesellschaft vorgegebenen Normen zu erfüllen und sich danach zu verhalten. Die Bemerkung, dass alles andere, das nicht in das Normen-Ich hineinpasst als aussätzig, exzentrisch beurteilt wird wird am Beispiel der Moll-Häuser in Straelen deutlich. Der Wirbel um die in der Mehrzahl von ausländischen Mitbürgern bewohnten Gebäude hat nur zum Schein mit den Gebäuden und der Wartung zu tun. Das Treiben der Bewohner wird mit Argusaugen beobachtet. Fest steht, dass man bei schönem Wetter die Bewohner vor den Türen im Vorgarten findet. Alle scheinen miteinander fröhlich zu kommunizieren. Es gibt keine persönlichen Schutzbarrieren. Jeder kennt jeden und dies schweißt zusammen. Diese offene Art der Bewohner scheint einigen Straelenern Schmalspurdenkern nicht zu gefallen. Die Bewohner fallen mit ihrer fröhlichen Einstellung zur Last. Man kann es nicht einschätzen. Dieses Verhalten befindet sich außerhalb eines Normen-Ichs. Die Stadt hat die Häuser unter Umgehung demokratischer Prinzipien im Alleingang erworben und will die Bewohner umsiedeln, um die Häuser Ende des Jahrzehnts abreißen zu lassen. Sicherlich sind in der Vergangenheit von Seiten der Mieter Fehler in der Pflege der  von ihnen bewohnten Wohnungen gemacht worden, die auch zu Recht kritisiert werden dürfen. Diese Tatsache berechtigt noch lange nicht zu Vorurteilen in der Folge. Man hätte auch bei der fachgerechten Mülltrennung der Bewohner behilflich sein können.

Nach dem Erwerb durch die Stadt Straelen wurden Teilrenovierungen durchgeführt, wobei festgestellt wurde, dass sich die Bewohner aktiv und hochmotiviert daran beteiligen und sogar in Eigenleistung durchführen. Dies beweist einmal mehr die Identifikation der Bewohner mit ihren Wohnungen, wenn von Seiten der Vermieter reagiert wird und Wohnfeldverbesserungen durchgeführt werden.

Neues vom Nikolaus

Eine schöne Tradition findet sich zuweilen am Niederrhein um den 6 Dezember, wenn ein rotummantelter Gesell mit einem langen weißen Bart, einer schweren Mütze, einem noch schwereren, dicken Buch und einem langen Stab durch die Lande zieht und den Kleinsten unserer Gesellschaft einen Besuch abstattet. Begleitet wird er von einem verhüllten Engel und einem doch recht irdisch aussehenden Feuerwehrmann. Obwohl erst im zweiten Jahr dabei aktiv habe ich doch einige Dinge erlebt über die es sich lohnt nachzudenken.

Eine scheinbar ebenso lange Tradition scheint es dabei zu sein, den Kleinsten ihr allerliebstes Stück – den Schnuller  oder die Trinkflasche – durch den Nikolaus wegnehmen zu lassen. Da fragt dann auch schon einmal ein Vater sein zweijähriges Kind, ob der Nikolaus den Schnuller wegnehmen darf. Dabei fällt es niemanden auf einmal über dieses Verhalten nachzudenken. Es wird von einem Kleinkind verlangt, über diese weitreichende Entscheidung nachzudenken. Dabei sei einmal dahingestellt, dass der Schnuller kein Ersatz für die weibliche Brust darstellt, an der sich das Kind beruhigen kann und auch Nähe finden kann. Doch wenn dieses neuweltliche Instrument menschlicher Bedürfnisbefriedigung in dieser Funktion verwendet wird und bei dem Kind einen entsprechenden Stellenwert einnimmt wird doch folgerichtig die Wegnahme wie ein Diebstahl bewertet. Ist es nicht viel sinnvoller diesen Umbruch langsamer zu vollziehen und vielleicht durch mehr Zuwendung den Verzicht zu erleichtern.

Betrachten wir eimal den reinen Akt des Wegnehmens durch den Nikolaus als solcher, kann bei dem betreffenden Kind nur ein negativer Eindruck entstehen. Es wird Angst geschürt, nur weil Eltern sich nicht mit dem Problem beschäftigen wollen und dieses einfach auf den Nikolaus abwälzen wollen. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach das Problem erst gar nicht entstehen lassen. Die wenigsten Eltern haben sich mal selbstkritisch gefragt, ob den ein Schnuller dringend notwendig ist, denn scheinbar wird auch die Anwendung tradigenetisch vererbt.

 

Dieser Beitrag wurde im September 2006 auf opinio veröffentlicht.

Neulich im Supermarkt

Wie wir Männer nun mal so sind. Unterwegs entpuppt sich das Frühstück als zu mager und der Hunger macht sich in der Magengrube breit. Ein schneller Blick ins Brieftäschchen lässt die Schweißperlen auf die Stirm treiben, denn kein einziges Geldstück ist zu sehen. Tabula rasa eben. Verzweifelt kreisen die Gedanken nur um das Thema Essen. Wie komme ich nun bloß an etwas Nahrhaftes zu essen ?

Da fällt mir ein, dass man ja im Supermarkt mit Karte bezahlen kann. Also hüpfe ich schnell in den nächstgelegenen Markt hinein und besorge mir ein leckeres Fladenbrot mit etwas Käse dazu. Auf dem Weg zur Kasse frage ich eine Mitarbeiterin, ob Kartenzahlung möglich ist und erhalte ein freundliches „Ja“ zurück. Doch an der Kasse folgt schnell die Ernüchterung. Die aus dem hinteren Ladenteil herbeigerufene Kassiererin blickt mich völlig entgeistert an, als sie für meinen Einkauf im Wert von 2,15 EUR die EC-Karte entgegengestreckt bekommt. Ich solle doch für 10 EUR mindestens Ware kaufen. Da sie die Einstellungen des Kassenautomaten nicht zurücksetzen kann, empfiehlt sie mir, schnell etwas zu besorgen. Sie wollte so lange warten. Auf dem Weg ins Innere des Supermarktes drücke ich mich an der Warteschlange hinter mir vorbei und bin hoch erfreut nach Erreichen der ersten Regale noch kein Messer im Rücken zu spüren und keinen Sichtkontakt mehr mit der Kundenmeute in der Schlange zu haben. Doch was soll ich nun kaufen ? Man will sein Geld ja nicht in 10 kg Waschmaschinenpulver investieren, dass zu Hause nicht benötigt wird und dann nur in der Ecke verstaubt. Ich entscheide mich für Obst. Nach dem Einpacken der schönen Äpfel wäre ich fast an einer defekten Waage gescheitert. Gott sei dank gab es noch eine zweite intakte Waage. Schnell noch Porree eingesteckt, dazu im Kopf schnell den Warenwert addiert – es müsste fast reichen. An der Kasse wieder angekommen wage ich es nicht, in die Grimassen der Wartenden zu sehen. Der Marktleiter hat sich auch schon dazu gesellt und beobachtet nun sorgsam das Geschehen. Die Summation ergibt 8,50 EUR und sofort kommt die mürrische Bemerkung der sichtlich verärgerten Kassiererin, dass dies noch immer zu wenig wäre. Jetzt entpuppt sich der Marktleiter als kulanter Geschäftsmann und die mürrische Dame muß meinem Anliegen nun stattgeben. Ich muß nun doch nichts mehr dazu kaufen. Schon ertappe ich mich bei Rechtfertigungsversuchen, aber wozu. Auch ich muß in meinem Verkäuferleben Dienstleistung erbringen, die nicht auf Heller und Pfennig bezahlt werden. Bevor ich nun richtig in Fahrt gerate und über Dienstleistung zu referieren beginne, meldet sich mein Magen und erinnert mich daran, mich möglichst schnell zur Mahlzeit zu begeben…….

 

Dieser Beitrag wurde im September 2005 auf opinio veröffentlicht.

 

Von Autofahrern und Nachtgebeten

Was ist des Deutschen liebstes Kind ? Natürlich das Auto. Ein vortreffliches Klischee, aber es stimmt noch immer. Besonders an Wochenenden und vor Feiertagen sieht man sie in Scharen zu den Tankstellen ausschwärmen. Dort wird dann das Auto gewaschen, gesaugt und abgestaubt, poliert und gewachst, um dann das Ergebnis aller Welt zu zeigen. Besonders zur sonnigen Sommerzeit sieht man sie die zahlreichen Coupés und Oldtimer. Zu diesen Oldtimern zählt inzwischen auch schon der legendäre Opel Manta. Wer erinnert sich noch an die Zeit, in der die Manta-Witze grassierten und manche Friseuse zur Weißglut trieb. Dazu passend möchte ich Euch an dieser Stelle das „ Nachtgebet eines unbekannten Autofahrers“ nicht vorenthalten, das ich während der Durchsicht alter Unterlagen gefunden habe. Leider ist der Texter mir unbekannt.

 

 

Das Manta Unser

Manta unser,

der Du heizt auf der Piste

Deine Schnelligkeit komme

Dein Fuchsschwanz wehe

wie in Essen

so auch hier.

unser täglich Power gib uns heute

und vergib uns unsere Goldkettchen

wie auch wir vergeben unseren Friseusen

und führe uns nicht in `ne Radarfalle

sondern Erlöse uns von den Bullen.

denn Dein ist die Straße

und die Kraft

und die Schnelligkeit

in Ewigkeit.

Boh eh.

Dieser Beitrag wurde im Juli 2006 auf opinio veröffentlicht