Jörg Ramsauer Literatur, Natur, Sport
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Literaturdienst Orchideen

April 2

Kürzlich fand ich eine Datei mit noch nicht publizierten Angaben zu verschiedenen Literaturquellen. Vielleicht ist dies noch von Interesse.

 

ADAMS, P.-B., S.-D. LAWSON (1995): Dendrobium kingianum. A unique Australian Orchid. Watson Ferguson & Co. Brisbane. 197 S. ISBN 1-875902-01-5

Nach einem Einführungsteil mit Angaben zur Biologie werden die Arten und Sorten vorgestellt, wobei jeweils eine Seite für Photos vorgesehen wurde. Auf der anderen Seite findet sich der erklärende Text. Störend wirkt das unterschiedliche Papier. Während sich die Bilder auf Hochglanzpapier befinden, wurde der Text auf einem alten Papier geschrieben.

CRIBB, P. (1995): New species of Dendrobium and Bulbophyllum (Orchidaceae) from the Pacific Islands. Kew Bulletin 50 (4), 785-789.

DODSON, C. – H., R. ESCOBAR R. (1995): Native Ecuadorian Orchids. AA – Dracula. Vol 1. Compania Litografica nacional S.A. 207 S. ISBN 958-638-099-8 ISBN 958-638-098-X

Der Band ist auf exellentem Papier gedruckt mit sehr schönen Photografien.

DODSON, C. – H., R. ESCOBAR R. (1995): Native Ecuadorian Orchids. DresslereliaLepanthes. Vol 2. Compania Litografica nacional S.A.

DODSON, C. – H., R. ESCOBAR R. (1995): Native Ecuadorian Orchids. LepanthopsisOliveriana. Vol 3. Compania Litografica nacional S.A.

DODSON, C. – H., R. ESCOBAR R. (1995): Native Ecuadorian Orchids. OncidiumRestrepiopsis. Vol 4. Compania Litografica nacional S.A.

DODSON, C. – H., R. ESCOBAR R. (1995): Native Ecuadorian Orchids. RodrigueziaZygopetalum. Vol 5. Compania Litografica nacional S.A.

FRITZ, A. – L. (1995): Floral Evolution in Deceit-pollinated Orchids. Acta Univ. Ups., Comprehensive Summaries of Uppsala Dissertations from the Faculty of Science and Technology. Bd. 158 34pp.

GREGG, A. (1995): Orchids-Part 3. Masdevallia. Ruiz & Pavon. Epiphytes 19 (76), 92-96.

Bericht über die Kultur von Masdevallien mit einer Zeichnung von Masdevallia coccinea und einem Photo von Masdevallia scobiana.

LINDER, H. – P., H. KURZWEIL (1995): Taxonomic notes on the African Orchidoideae (Orchidaceae): a new genus and combination. Willdenowia 25, 229-234.

Durch neue Kenntnisse der Orchideae wird Neobolusia virginea (Bolus) Schlecht. ein neuer Gattungsname zugeführt. Die neue Art heißt Dracomonticola virginea (Bolus) H.P. Linder & Kurzweil und wird mit folgenden Synonymen verbunden: Platanthera virginea, Brachycorythis virginea, Neobolusia virginea.

RAO, P. – S. – N., B. – K. SINHA (1995): New record of Dendrobium incurvum Lindl. from the Andaman Islands: An addition to the Indian Flora. Malayan Nature Journal 49, 1-3.

Botanical Survey of India, Andaman and Nicobar Circle, Port Blair – 744102, India.

Dendrobium incurvum ist eine neue Pflanze in der indischen Flora und die elfte Art aus der Gattung auf den Bay Inseln. Die Verbreitung und Verteilung von D. gunnarii und D. incurvum bestätigt die pflanzengeographische Bedeutung der Sektion Stachyobium.

SADOVSKY, O. (1963): Phytoncide und ihre Ausnützung in der Orchideenkultur. Die Orchidee 14 (6), 273-274.

STEWART, J. (1995): Manual of Orchids. Royal Horticultural Society (RHS).Macmillan Publishers Limited. ISBN 0-333-628292.

SZLACHETKO, D. – L. (1995): A new species of Odontorrhynchos (Orchidaceae, Spiranthinae) from Bolivia. Bull. nat. Hist. Mus. London (Bot.) 25 (2), 123-125.

Gdansk University, Department of Plant Ecology and Nature Protection, 80-441 Gdansk, Al. Legionow 9, Poland.

Die Pflanze wurde unter Herbarmaterial der Gattung im Natural History Museum gefunden und heißt monstrosis SLACH. Sie ist nur von der Typussammlung bekannt. Die Pflanze wurde in 1828 m Höhe unter Überhängen gefunden. Es werden die Unterschiede in der Blütenmorphologie beschrieben . Die Art erscheint verwandtschaftlich nahe zu  O. Chlorops (Rchb.f.) Garay, zu sein, die in einem ähnlichen Habitat vorkommt.

Pflanzen der Bibel

Juni 27

Die Feige ist die erste Pflanze, die in der Bibel Erwähnung findet. Von den ca. 2600 Pflanzenarten in Israel werden 110 in der Bibel benannt. Da zu Lebzeiten von Jesus das Leben sehr landwirtschaftlich geprägt war, wurden dementsprechend auch viele Vergleiche und Bezüge in den Schriften hergestellt.

Es gibt derzeit auch viele Bibelgärten in Deutschland, die es lohnt sich anzusehen (www.bibelgarten.info)

Botanischer Garten Jochum-Hof

April 9

Dieser kleine, aber beschauliche Garten fast im Herzen von Venlo gelegen, ist durchaus eine Reise Wert. Dabei ist nicht nur die Lage wunderschön, sondern auch der Garten selbst. Dabei war es Pater Peter Jochum, der dieses Kleinod 1933 gestaltete. Als Biologielehrer am benachbarten Steiler Priesterseminar legte er verschiedene Themengärten an. Neben botanischen Raritäten wurde dort versucht, eine kleine Anzahl von nordlimburgischen Landschaftsformen nachzubilden. Im Garten werden auch verschiedene Aktionen zu Umweltthemen angeboten.

Der Eingang befindet sich direkt an der Maas. Wer weiterhin noch Muße verspürt, kann sich in der Umgegend die Strassenzüge mal genauer ansehen und zahlreiche Künstler aufspüren. Es sei besonders Twan Kuhlmann (www.kuhlmannkunst.nl) empfohlen. Seine Bilder sind ähnlich denen von Kandinsky, aber nicht zu abstrakt. Die Farbgestaltung liegt eher bei Dali. Intensive Töne und auf den Bildern gibt es immer interessante Details zu erblicken.

Die Anfahrt zum Garten geht über die N271, wobei der Garten im südlich gelegenen Tegelen zu finden ist. Man fährt bis zum Schild „Beer Baarlo“ und dann wieder den Schildern „Botanische Tuin“

 

Adresse:

Maashoek 2b, Steyl (Gemeinde Venlo), tel. 0031-77-3266550, www.cnmeregiovenlo.com

 

Öffnungszeiten:

Ostern bis 1. November

Di-So 11-17 Uhr

Erwachsene 2,50 EUR, Kinder bis 12J 0,75 EUR, ab 65J 2 EUR

Führung auf Anfrage möglich

Wollemi Pine – eine urtümliche Kiefer aus Australien

Oktober 19

Immer wieder gibt es Berichte über neue entdeckte Arten. Eine besondere Entdeckung gelang dem australischen Park Ranger  David Noble 1994. Am 10 September 1994 erkundete er Canyons im Wollemi National Park und entdeckte einen Baum, der eher einem Dinosaurier glich. Der Stamm war dunkel gefärbt und schien blasig aufgerieben zu sein. Er entnahm einen Teil der Blätter und zeigte sie dem Botaniker Wyn Jones, der es für einen Farnabkömmling hielt.

Koniferen Spezialisten aus Sydney ordneten ihn in eine eigene Gattung innerhalb der Araucariaceae ein. Wollemia nobilis war geboren. Der Artname ist eine Ehrung in Erinnerung an den Entdecker. Das Alter der hohen Bäume wurde auf über 200 Mio Jahre geschätzt. Man fand weniger als 100 erwachsene Individuen. Man begann recht zügig Saatgut zu sammeln und, versehen mit einer Lizenzgebühr, zu vertreiben. Die Gebühren fließen in den Schutz der Wildpflanzen und des Habitats.

Wollemia nobilis toleriert sowohl HItze als auch Kälte und wächst sowohl im Halbschatten und der Sonne. Selbst die Bodenansprüche sind nichts Besonderes, so daß man sie sehr leicht kultivieren kann.

Wollemia bildet drei verschiedene Blatttypen aus. Im juvenilen Stadium zeigen die Pflanzen eine apfelgrüne Farbe, die sich bis zum adulten Stadium in blau-grün verwandelt. Im Winter ist das Kleid dann eher bronzefarben.

Im Alter von etwa 9 Jahren zeigt die Pflanze männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze. Generell wird die Geschlechtsreife zwischen 12 und 15 Jahren erwartet.  Die Pflanze wächst mehrtriebig im Unterschied zu den meisten anderen Pflanzen. Im Alter von etwa 5 Jahren erscheinen bläschenartige Ausstülpungen am Sproß, die sich im Alter schokoladenähnlich färben.

In den kälteren Monaten entwickeln die Knospen eine attraktive Wachsschicht mit pinken Linien.

Die Wollemia Kiefer kann sowohl als Terrassen- oder Balkonpflanze genutzt oder auch ausgepflanzt werden. Schon der Kauf meiner Wollemia war ein Erlebnis, denn ich bekam zusätzlich zu dem besonders gestalteten Topf ein Zertifikat sowie Mykorrhiza Pilze zur Unterstützung und eine Broschüre.

Giersch (Aegopodium podagraria) – das leckere Wildkraut

Juni 13

Wer kennt ihn nicht – den Giersch. Wenn von ihm die Rede ist, kann jeder Gartenbesitzer in das hohe Klagelied mit einstimmen. Denn mit Sicherheit geht es in dem Gespräch dann um den wahnsinnigen Ausbreitungswillen dieser Pflanze, die sich nicht durch Abernten der Triebe in ihrem Drang stoppen läßt. Die unterirdischen Ausläufer werden eher durch das Abreißen der Triebe in ihrem Wachstum bestärkt. Auch wir haben leidvolle Erfahrungen mit dieser Pflanze sammeln können. Allerdings kann ihr der benachbarte Schneefelberich (Lysimachia clethroides) Paroli bieten und sie unterdrücken. Nichtsdestotrotz sind Jungpflanzen bereits in unseren Rasen vorgedrungen.

Unsere schiere Verzweiflung ist nun in eine kulinarische Idee umgeschlagen. Wenn er sich so vehement gegen seine Vernichtung aus unserem Gartenreich stemmt, müssen wir das Biomassepotential einfach nutzen. So fanden wir ein Rezept, das wir just am heutigen Tage ausprobierten und das allen Familienmitgliedern gefiel. In einer Sahnesoße kombiniert mit Nudeln entfaltete er nochmals seine kulinarische Größe. Für alle, die nun gespannt sind, nachfolgend das Rezept. Vielleicht auch eine gute Halbzeit-Mahlzeit für das heutige EM Fußballspiel zwischen Deutschland und Holland…

100 g Giersch, 1 mittlere Zwiebel, Knoblauch, 4 Tomaten, 2 x 200g Sahne und Nudeln