30jähriger Krieg in der Fränkischen Schweiz

Muttertag und gleichzeitig Museumstag. Da ich noch nie im Fränkischen Schweiz Museum gewesen bin, war dies bei strahlendem Sonnenschein mal eine Möglichkeit, sich das Museum mit Sonderausstellung zum 30jährigen Krieg anzusehen. Im Innenhof wurde ein Söldnerlager präsentiert.

Wir kamen gerade rechtzeitig zu einer beginnenden Führung. Herr Kraus schilderte in seiner Führung das Leiden der Bevölkerung und glänzte mit interessanten Details. Dabei war der Krieg kein reiner Glaubenskrieg, da sogar durch katholische Adelige protestantische Söldner angworben wurde. Wer wußte auch schon, daß zu diesem Zeitpunkt die Prozessionen “erfunden” wurden. Sie sollten sich den Weg durch protestantische Städte und Dörfer bewegen, um die Protestanten vom “wahren” Glauben zu überzeugen.

Interessant war auch, dass man an Hand von Geburtsstatistiken Vergewaltigungen nachweisen konnte, die jedoch nicht so benannt wurden.  Kritisch müssen jedoch Bevölkerungsstatistiken generell betrachtet werden, da meistens nur Männer gezählt wurden. Kinder und Frauen wurden nicht berücksichtigt, so daß eher Totenregister mehr Aufschluß geben konnten.

Kraus schilderte die komplizierten Machtverhältnisse und den rechtsfreien Raum, in dem Jeder gegen Jeden agieren konnte. Es gab eine Zeit, wo sich niemand sicher fühlen konnte. Die lagernden Söldner buhlten mit den Bewohnern um Nahrungsressourcen und auch mehr. So gab es auch Situationen, in denen Bauern Söldner angriffen. Das Nasen und Ohren Abschneiden muß wohl gängige Praxis gewesen sein.

Im unteren Bereich der Museumsanlage konnten wir medizinisches Werkzeug bestaunen. Früher wollte man die Kugeln unbedingt entfernen, da man durch die Verunreinigung mit Schwarzpulver schwerwiegende Komplikationen vermutete. Dabei wurden auch Spreitzer eingesetzt, die die Wunde vergrößerten. Durch das anschließende Ausbrennen der Wunde verursachte man jedoch auch Folgeprobleme. Die durch den Krieg geschundeten Menschen wurden durch Betteleien in den Städten zum Problem.

Der Frieden wurde dann im Rathaus von Münster geschlossen und es finden sich dazu auch viele Darstellungen auf Kacheln von Kaminöfen.

Während der Führung gab es Salutschüsse aus dem lagernden Söldnerheer im Innenhof, die ohrenbetäubend laut waren. Trotzdem war die Mannschaft nett anzusehen.

Die Führung von Herrn Kraus war auf jeden Fall sehr empfehlenswert und kann aus unserer Sicht gerne wiederholt werden.

Für mehr Infos:

http://fraenkische-schweiz-museum.de/

 

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