Goethe – Der Manager
Literaturtalk / 19. Juni 2016

Georg Schwedt, seines Zeichens Prof. der Chemie und offensichtlich Kenner der Historie des Johann Wolfgang von Goethe hat ein sehr detailreiches Buch über Goethes organisiertes Leben geschrieben, indem sich viele Parallelen zu heutigen Managementtechniken wiederfinden lassen. Schon immer tauchte die Frage auf, wie dieser Mann diese enorme schöpferische Leistung durchsetzen konnte. Natürlich spielte dabei seine vermögende Herkunft eine Rolle, die ihn direkt in die höheren Sphären beförderte. Allerdings ist es doch in heutiger Zeit verwunderlich, wie jemand auf so vielen unterschiedlichen und z.T. wissenschaftlichen Gebieten erfolgreich sein konnte. Schwedt gibt einen Einblick in seinen durchstrukturierten Arbeitsalltag, bei denen offenbar wird, wie stark seine Umgebung mit in seine Prozesse eingebunden war. Dabei verfügte er über Schreiber, die für ihn niederschrieben und den Haushalt organisierten und ihm auch zu Gesprächen zur Verfügung standen. Er bot ihnen Entwicklungsmöglichkeiten und war nicht nur jemand, der seine “Schützlinge” in eine Richtung drängte. Darüberhinaus verfügte er in Herzog Carl-August einen Gönner und Mäzen. Nach seinem juristischen Studium begann er sein Netzwerk aufzubauen. Sein umfangreicher Schriftwechsel mit verschiedensten Persönlichkeiten führte mit Sicherheit dazu, sein Beziehungsgeflecht zu stabilisieren und erfolgreich auszubauen. Das kleine Büchlein macht nach der Lektüre auf jeden Fall Lust darauf, mehr zu erfahren. SCHWEDT, G. (2009):…

Farberde in der Oberpfalz und Fliesenherstellung der Deutschen Steinzeug
Allgemein / 19. Juni 2016

Die Akademie für Natur und Industriekultur Ostbayern-Böhmen hatte zum Thema Farberdebergbau in die Region Schwarzenfeld und Sulzbach-Rosenberg eingeladen. Zu Beginn stand eine Besichtigung der Deutschen Steinzeug AG auf dem Programm. Das mit einer Fläche von 74 ha und 500 Mitarbeitern am Standort Buchtal auf Fliesen spezialisierte Unternehmen verfügt über ein Arsenal von 18000 Artikeln von der haushaltsüblichen Fliese in verschiedenen Formaten bis zur Fassadenfliese. Nach einem interessanten Einführungsvortrag über das Unternehmen, deren Rohstoffe und Produkte erhielten wir eine sehr interessante Werksbesichtigung, bei der wir die komplette Prozeßkette von der Rohstoffaufbereitung bis zur fertigen Fliese mitverfolgen konnten. In Neutras erhielten wir von Herrn Dörner eine Einführung in den Farberdebergbau, der in der Region 1859 begonnen wurde und dessen Blütezeit zwischen 1870 und 1925 lag. Damals verpachteten die großen Gesellschaften die Gruben an Bauern, die diese im Nebenerwerb betrieben. Mit einfachsten Mitteln wurden teilweise unvorstellbar lange Schächte in den Boden getrieben, um an die Farberden zu gelangen. Je nach Eisengehalt unterschied man Leinocker (mit dem geringsten Gehalt) über Goldocker und Siena nach Umbra mit einem Eisengehalt von 50% . Die synthetischen Farben, lösten die Farberden ab und führten zum schnellen Niedergang der Gruben. Heute existiert meistens eine Nachfrage von Künstlern, die im…