Bio Gras – der neue Getreidesaft
Gartenbau / 12. November 2015

In Zeiten eines monotonen Angebots im Gartenbau suchen viele Unternehmer nach alternativen Lösungen, um sich dem zunehmendem Wettbewerbsdruck zu entziehen. Im oberpfälzischen Schwandorf sitzen kreative Köpfe, die sich auf die Produktion von gesunden Grassäften spezialisiert haben. Das Unternehmen Kauzner, früher ein produzierender Betrieb für Beet- und Balkonpflanzen, hat diese Marktlücke entdeckt und mit dem Aufbau von verschiedenen Produktlinien unter dem Namen “saftgras” begonnen. Neben den unbehandelten Direktsäften aus Dinkel, Gerste gibt es auch Granulate und auch Säfte in Cellulose Kapseln. Laut dem Untersuchungslabor Gesellschaft für Bioanalytik sind die Produkte reich an essentiellen Aminosäuren, Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen (A,D, E, B1,B2,B5,B6,B12), Folsäuren, Cholin, hochwirksamen Enzymen sowie sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Bio Brokkoli Keimlinge oder Keimlinge aus Bio Buchweizen ergänzen das Ernährungsprogramm. In der Produktion werden zertifizierte Materialien vewendet und Hygienestandards eingehalten. Zur Frische trägt auch bei, daß für die Säfte nur der erste Schnitt genutzt wird. Ich durfte selbst die Säfte probieren, die teilweise mit Ingwer oder Meerrettich versetzt sind. Sicherlich ein eigenwilliger Geschmack und nicht vergleichbar mit den industriell gefertigten Fertigprodukten, die oftmals zusätzlich gesüßt werden, aber mit Sicherheit sehr gesund und gerade im Hinblick auf eine abwechslungsreiche Ernährung ein gutes Ergänzungsprodukt. Wir wünschen dem Produkt eine weite Verbreitung und gratulieren der Firma…

AWO Gärtnerei in Kitzingen – ein Projekt geht zu Ende ?
Gartenbau / 10. November 2015

Lange Jahre bildete die AWO Gärtnerei in Kitzingen eine Heimat für psychisch erkrankte Menschen, die durch die Gärtnerei wieder einen Sinn in ihrem Leben gesehen haben. Die gepachtete Gärtnerei wird nun zum Ende des Jahres geschlossen. Allerdings noch nicht ganz, so Franz Bechter, der der Gärtnerei über ein Jahrzehnt vorstand, denn die Überwinterung der Pflanzen wird noch wie gewohnt durchgeführt werden. Mit Ende der Früjahrssaison wird dann die gepachtete Gärtnerei endgültig aufgegeben. Franz Bechter, der dann in seinen Ruhestand eintreten wird, ist dennoch nicht ganz zufrieden, denn ihm liegen “seine” Mitarbeiter sehr am Herzen. Ohne die Gärtnerei haben sie keine Aufgabe mehr und keinen Halt. Sogar in ihrer freien Zeit sind sie oftmals im Betrieb erschienen, um mit ihren Kollegen Kontakt halten zu können. Franz Bechter liegt es darum sehr am Herzen, eine Beschäftigung für seine Schützlinge zu finden. Aufgrund der eingeschränkten Mobilität sollte es eine Aufgabe im Raum Kitzingen sein. Denkbar wären Montagearbeiten, die ein wenig Zeit benötigen. Bechter ist sogar bereit, eine weitere Betreuung über den Renteneintritt zu gewährleisten, so sehr liegt ihm seine Arbeit am Herzen. Die Zukunft des Pachtobjektes ist hingegen offen. Eine Nachfolge ist im Hinblick auf den altersbedingten Zustand und dem Investitionsstau sowie der…

Lehrgarten Kräuter, Kraut & Rüben in Gochsheim
Gartenbau / 14. Juni 2015

Wer das Autobahnkreuz Werneck in Richtung Bamberg verlässt sollte es nicht versäumen dem Lehrgarten Kräuter, Kraut & Rüben in Gochsheim, direkt vor den Toren von Schweinfurt, einen Besuch abzustatten. Der Lehrgarten ist indirekt ein Projekt der drei Gemeinden Sennfeld, Gochsheim, Schwebheim. In Sennfeld wird der aktuelle Gemüsebau anHand eines zu befahrenen Weges mit Infotafeln dargestellt. Der Kräuteranbau wird in Schwebheim den Interessenten gezeigt. Der größte Aufwand wird in Gochsheim betrieben. Im Jahr 2014 konstituierte sich dort ein Verein mit 48 Gründungsmitgliedern, um eine umfangreiche Show zu etablieren. Neben einem Inforaum über den historischen Gemüseanbau der Region werden auf einer Freifläche in typischer Dreifelderwirtschaft verschiedene Gemüse dargestellt. Mit zwei größeren Festen (Frühlings- und Kartoffelfest) wird Werbung für die Region und ihren Gemüseanbau gemacht. Auf dem Feld des Lehrgartens finden sich die wichtigen Hauptkulturen der Region Zwiebeln und Rüben. Die aktiven bieten täglich Führungen nach Absprache an und pflegen zu Kindergärten und Schulen der Region gute Beziehungen. Mit der Mittelschule wird jeden Montag ein zweistündiges Programm durchgeführt, wobei es dabei hinaus in die Flur oder eine Betriebsbesichtigung geben kann. Der heutige Tag der offenen Tür war leider nicht so gut besucht. Die Ursache lag jedoch eher im Versagen der lokalen Presse durch…

Projekt Gezonde Kas abgeschlossen
Gartenbau / 23. Dezember 2014

Bei dem Projekt von Unternehmen und Institutionen  des Gartenbaus soll ein guter Kulturstart und ein gutes Monitoring zum Gelingen der Kultur beitragen. Versuche im Gewächshaus fanden mit Cyclamen und Tomaten statt. Durch neue Diagnosemethoden und intelligente Technik kommt es zu mehr Datenansammlungen, die gesichtet werden wollen. Dafür ist dann auch eine genauere Kulturführung möglich. Die Firma Berg Hortimotive, De Lier, hat Transportsysteme mit Sensoren entwickelt, die präzise krankhafte Pflanzen erkennen kann und sodann effektiv die Stellen behandeln kann. Die Folge ist ein geringerer Spritzmittelaufwand. Dies dürfte zunächst auch kostensparend sein. Sollte sich dies jedoch langfristig durchsetzen wird ein geringerer Absatz wieder höhere Kosten mit sich bringen, oder im schlechtesten Fall zu einem Auslaufen der Lizenz. Allerdings ist der Einsatz von Sensortechnik natürlich im Hinblick auf die Umwelt zu begrüßen. Man hat außerdem Pilzsporen, die in Bioreaktoren produziert wurden, ausgebracht und festgestellt, dass die Raubmilbe Macrolophus sich daraufhin weniger von der Pflanze, sondern vermehrt von der Weißen Fliege ernährt hat.  Diese Untersuchung wirft für mich die Frage auf, warum ein Nützling sich von der Pflanze ernährt und scheinbar durch die Zugabe von Sporen auf eine andere Nahrungsquelle umschwenkt. Weitere Infos können über www.gezondekas.eu abgerufen werden

Gründach Forum München 2014
Gartenbau / 19. Oktober 2014

Der Deutsche Dachgärtner Verband hatte zum Gründach Forum ins Bauzentrum München geladen und viele Interessierte kamen.  Wolfgang Ansel, Geschäftsführer des Verbandes, betonte denn auch in seinem Grußwort, dass diese Location im 5. Stockwerk des Bauzentrums prädestiniert für dieses Forum sei, da man von hier aus auf zahlreiche erfolgreiche Begrünungsprojekte blicken könne. Ansel zeigte gerade zu Beginn herausragende Projekte im Ausland. Die Gemeinschaftsetagengärten in Singapur und Fassadenbegrünungen sind dort Standard. Dort wird mehr Grünfläche bereitgestellt als am Boden versiegelt wird.  Mit den neuesten Waldgärten wird das Verhältnis begrünter zu versiegelter Fläche um den Faktor 7 erhöht und ist damit einmalig im internationalen Vergleich. In Hamburg werden erstmals 3 Mio. EUR in Fördertöpfen für begrünte Dächer bereitgestellt. Ein wichtiger Punkt ist nach Ansel die Funktion als Kommunikationsmöglichkeit für Mitarbeiter von Büros, die sich im grünen Umfeld auf dem Dach neu begegnen können. Der Münchener Landschaftsarchitekt Clemens Fauch stellte einige von ihm betreute Projekte vor (vertikaler Gemüsegarten, Fassadengarten Krippe St. Georg, Fassadenbegrünung Georgensteinsgtr.) und wies daraufhin, dass in München die Dachbegrünung bereits in der Satzung festgeschrieben sei. Rechtliche Aspekte wurden durch Markus Groll, Fachanwalt für Immobilienrecht, beleuchtet, der einen kurzen Abriss über Nachbarschaftsrecht, Zivilrecht und Baurecht gab, um die Rahmenbedingungen zu erläutern, die…

Erlebnisgarten Peter Schlegel in Alfeld
Gartenbau / 29. Januar 2013

Eine schöne Überraschung erlebte ich kürzlich beim Besuch des Galabau Unternehmens Peter Schlegel in Alfeld. Dabei war die Anfahrt unspektakulär und das, was mich normalerweise erwartet, war absehbar. Hinter dem einladenden Torbogen fand ich eine andere Welt, obwohl der Winteraspekt nur eine Ahnung erkennen läßt, welches Potential hier erst im Frühjahr erkennbar wird, wenn die Sonne hoch am Himmel steht und die zarten Pflanzen sich den Weg zum Licht suchen. An dem gemütlichen Blockhäuschen, das sich in der Nähe einiger Tische befindet lag ein Telefon, um Mitarbeiter aus dem Büro kostenfrei herbeizurufen. Denn zu dieser Jahreszeit gibt es allerdings wenige Kunden, die den Weg in den Erlebnisgarten finden. Es ist in der Tat beeindruckend was Peter Schlegel und seine Familie, da auf dem Hanggrundstück etabliert haben. Es ist eine Nachbildung eines kleinen Dorfes mitsamt einer Mini-Kirche, eingebettet in die Natur. Dazu wurden Sträucher und Stauden gepflanzt, um Möglichkeiten der Gartengestaltung aufzuzeigen und direkt erlebbar zu machen. Dabei ist es die Detailfreude, die hier beeindruckend wirkt. Kleine Gefäße, ein altes Fahrrad sind liebevolle Weggefährten der Gemäuer. Die Mini-Kirche ist voll eingerichtet und strahlt eine Gemütlichkeit aus, die ihresgleichen sucht. Zahlreiche Brautpaare haben bereits den Weg in den Erlebnisgarten gefunden, um sich…

Floriade 2012 – ein durchwachsener Eindruck
Gartenbau / 3. November 2012

Wenn Ausstellungen eröffnet werden, die den Titel „Welt“ tragen wird in der Regel nicht mit Superlativen gespart. Die Erwartungen des Publikums sind sicherlich auch besonders aufgrund eben dieser begrifflichen Superlative. Die Floriade in Venlo ist als Welt-Gartenbau-Ausstellung, die nur alle zehn Jahre stattfindet ein Event, das im Gartenbau nicht einer Bundesgartenschau gleichzusetzen ist. Die Frage ist berechtigt, welche Erwartungen das Publikum denn hegt.  Für einen Besucher, der sich fachlich auf Augenhöhe der Veranstalter befindet, sind sicherlich die Erwartungen anderer Natur als für den buchstäblichen Laien, der sich mit dem Gartenbau in seinen Facetten in keinster Weise auseinander setzt und gesetzt hat. Die Anfahrt zum Ausstellungsgelände offenbart eines vorweg. Das Wort Superlativ kann schon für diesen Teil für sich in Anspruch genommen werden, denn obwohl man als ankommender Autofahrer mit einem Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Eingang bzw. zum dort vorhandenen Busparkplatz erwartet, wird man relativ weit weg geführt. Es zeigt sich dabei, daß man bereits ein Straßensystem installiert hat, das bereits in die Zukunft gerichtet ist. Die Information, das in dem Parkplatzpreis von 10 EUR der Bustransfer bereits enthalten ist, wird deutlich kommuniziert. Bei unserem Besuch erwarteten uns im Eingangsbereich zahlreiche Gräser, die man in der Rabatte hervorragend kombiniert hatte….

Ist die Teilnahme an einer Messe sinnvoll ?
Gartenbau / 2. November 2012

Diese Frage beschäftigt sicherlich im Nachgang zur Internationalen Pflanzen Messe in Essen die Gemüter in zahlreichen Geschäftsführungs-Etagen. Dabei stellt sich zunächst die Frage an welchen Parametern der Erfolg bemessen werden soll. Ist es die Anzahl der geschriebenen Aufträge. Dazu wird allzuoft unisono betont, daß die Zeit der Auftragsmessen schon lange vorbei sei. Ein anderer Parameter wäre die Anzahl der Personen, die einen Stand besuchen oder zuweilen auch belagern. Diese Kenngröße ist sicherlich auch nicht unbedingt dazu geeignet als Erfolgsfaktor gewertet zu werden, denn offensichtlich können besondere Attraktionen, um nur einmal die Zur Schau Stellung von Fleisches Lust zu nennen, dazu dienen, die Besuchsfrequenz statistisch signifikant zu erhöhen. Natürlich kann der Kunden-Besuch auch dem Außendienstmitarbeiter gelten, den man erst in der Vorwoche das letzte Mal gesehen hat. Die Gründe für den Standbesuch können natürlich auch in dem natürlich vorhandenen Phlegmatismus zu suchen sein, da Mensch gerne bekannte Gesichter aufsucht und nicht unbedingt auf das Neue, Unbekannte stürzt. Sicherlich ist die Effizienz eines Messeauftritts nicht einfach zu ermitteln. Dazu müssen vor dem Auftritt eine Reihe von Fragen geklärt werden. Wie wird der Stand gestaltet und wie können Besucher an den Stand gelockt werden. Eines ist jedenfalls fast immer sicher – die Möglichkeit…

Gärtnern in der Kiste
Gartenbau / 30. Mai 2012

Im Rahmen der im benachbarten Venlo auf niederländischer Seite stattfindenden Floriade 2012 lautete das Motto der Projekttage der Straelener Katharinen Grundschule „Wir blühen auf“.  Die nur alle vier Jahre stattfindenden Projekttage waren somit für das grüne Thema geradezu prädestiniert. Jede Klasse sollte ein Thema dazu beisteuern. Das Thema „Gärtnern in der Kiste“ entstand in einer konstruktiven Diskussion der Eltern der Klasse 3c. Dazu wurden Holzkisten, Saat- und Pflanzgut sowie Dekorationen organisiert. Der Substrat und Erdenlieferant Flormaris, Wangerland, vertreten durch die Gartenbau Handelsvertretung HortiService, Straelen, sponsorte hierzu die Fruhstorfer Erde mit Aluvialton. Flormaris ist durch die von Prof. Fruhstorfer entwickelten Substrate und Erden am Niederrhein in zahlreichen Gartenbaubetrieben präsent und dem Gartenbau in dieser Region somit besonders verbunden. An zwei Tagen werkelten die Kinder an ihren Kisten, verzierten sie und pflanzten bzw. säten in ihren individuell gestalteten Kisten. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Mit wieviel Spaß und Enthusiasmus sie dabei waren, läßt sich an den Bildern ablesen. Ein Dank geht deshalb hinaus zur Küste ins Wangerland zu Flormaris.

Neulich im Gartenbau….
Gartenbau / 24. Mai 2012

ruft ein Händler bei einem Gärtner an und erkundigt sich nach einer ausgefallenen Pflanze, die er in einem speziellen Topf und auch mit einem extravaganten Etikett versehen haben möchte. Der Gärtner übermittelt daraufhin dem Händler seinen Preis, worauf dieser antwortet, daß der gewünschte Preis von seinem Computersystem nicht akzeptiert werden würde. Dies ist keinesfalls der Beginn einer Geschichte aus dem Star Wars Zeitalter, sondern natürlich nach Orwells 1984 eine Geschichte, die nicht nur ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Mensch und Maschine aufzeigt. Diese Geschichte zeigt viel mehr. Sie zeigt die Unfähigkeit der Menschen, sich über starre Strukturen hinwegzusetzen, Eigeninitiative zu entwickeln und unorthodoxe Wege zu beschreiten.