{"id":201,"date":"2012-10-23T11:04:07","date_gmt":"2012-10-23T11:04:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hortiblog.de\/?p=201"},"modified":"2012-10-23T11:04:07","modified_gmt":"2012-10-23T11:04:07","slug":"steilster-weinberg-deutschlands-der-calmont","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ramsauer.be\/?p=201","title":{"rendered":"Steilster Weinberg Deutschlands \u2013 Der Calmont"},"content":{"rendered":"<p>Ein Artikel in der Rheinischen Post hat mich auf den steilsten Weinberg Deutschlands aufmerksam gemacht (T\u00dcLLMANN 2004).\u00a0 Sch\u00f6n archiviert im Ordner \u201eAusflugsziele\u201c fristete nun der Artikel sein Dasein. Zwischendurch wurde er wiederentdeckt und dann reifte der Plan. Dazu ergab sich die g\u00fcnstige Konstellation, dass sich mein Bruder in der n\u00e4heren Umgebung niedergelassen hat. Die Umsetzung erfolgte dann im Mai. Die erste gemeinsame Unternehmung seit Verlassen des Elternhauses ohne Anhang sollte diese Exkursion sein. Die Wetteraussichten waren f\u00fcr diesen Tag alles andere als gut. Erst gegen Mittag sank die Regenwahrscheinlichkeit auf 30%. Diese Aussage eines Internet Wetteranbieters lie\u00df die Hoffnung aufkeimen, die Planung tats\u00e4chlich umzusetzen. So fuhren wir dann gem\u00fctlich ins St\u00e4dtchen Bremm an der Mosel. Von dem Parkplatz im Zentrum, der direkt links neben der Durchgangsstra\u00dfe liegt weist die Beschilderung den Weg. Hinter der Kirche folgt der zun\u00e4chst gem\u00e4chliche Anstieg bis zum Beginn des Klettersteigs. Der Beginn des Klettersteigs wird durch eine steil emporragende Treppe markant in Szene gesetzt. Dort befindet sich auch eine Hinweistafel auf die m\u00f6glichen Unbillen, die den Wanderer in der Folge erwarten k\u00f6nnen. Die eingehende Begutachtung der Szenerie l\u00f6ste bei meinem Bruder doch eine gewisse Skepsis ob der nun auf ihn zukommenden Strapazen aus, wobei er sich pl\u00f6tzlich nicht mehr ganz sicher \u00fcber seine Schwindelfreiheit war. Auch die Steilheit der Treppe und die Anmerkungen auf der Hinweistafel, dass dieser kommende Pfad nur f\u00fcr ge\u00fcbte Wanderer begehbar sei, verursachte doch eine gewisse Unsicherheit. Nach einigen Bem\u00fchungen konnte ich ihn jedoch zu einem Versuch \u00fcberreden. Dabei war ich nie im Zweifel dar\u00fcber, dass er die Tour aufgrund seiner Physis nicht schaffen k\u00f6nnte. Gleich zu Beginn standen beidseitig des Weges sch\u00f6ne Echium vulgare Best\u00e4nde, ein Zeichen f\u00fcr trockene B\u00f6den. Der Weg schl\u00e4ngelt sich auf der H\u00e4lfte des Hanges durch die Weinberge. Ein Gel\u00e4nde war eingez\u00e4unt, damit die frischen Setzlinge der Reben nicht angefressen werden. Angesichts der Steilheit des Gel\u00e4ndes ist es unvorstellbar, dass auch Wildschweine und Rehwild\u00a0 bis in diese Lage vordringen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend des Weges gibt es zu verschiedenen Themen sehr informative Infotafeln, ob \u00fcber die weithin sichtbare Ruine des Klosters Stuben auf der anderen Moselseite, oder die Landschaft bis hin zu Kultursplittern und der Entstehung einer neuen Pflanzung wird alles dargestellt. Zwischendrin gibt es dazu zahlreiche Rastpl\u00e4tze, die mit viel Liebe gestaltet wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die weitere Wanderung wurde durch\u00a0 zahlreiche Puppen des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina) begleitet, die an einer Trockenmauer einen offensichtlich opitmalen Standort gefunden hatten. Aber auch zahlreiche Wanzen, K\u00e4fer, Flechten zeigten sich. Floristisch \u00e4u\u00dferst wertvoll war sicherlich der Fund einer Orobanche Art, die wir jedoch noch nicht einordnen konnten. Aber auch der Fund des Schwarzen B\u00e4rs (Arctia villica), eines wundersch\u00f6nen Falters zeigt den hohen Wert dieses Biotopes. Die Faszination liegt eigentlich darin, dass man nach jeder Biegung und Ver\u00e4nderung des Weges neue Ausblicke in die Landschaft erhaschen kann, die das Herz f\u00f6rmlich h\u00f6her schlagen lassen. Ab und zu haben wir dann auch schon mal fragend den weiteren Weg suchen m\u00fcssen und uns \u00fcber in den Fels geschlagene Leitern fortbewegen m\u00fcssen. Zum Schlu\u00df des Weges nach fast 3 km L\u00e4nge kommt noch einmal eine Treppe aus in den Fels geschlagenen Eisen, die dem Wanderer aus Richtung Ediger-Eller signalisieren soll, dass hier eine etwas anspruchsvollere Wanderstrecke zu erwarten ist. Vom Ende des Klettersteigs mu\u00df man etwa noch eine halbe Stunde gem\u00fctlich bis Ediger-Eller bergab wandern. Man kann aber auch noch einen anderen Weg zu einem Aussichtspunkt w\u00e4hlen. F\u00fcr den reinen Wanderweg haben wir etwa 4 Std. mit zahlreichen Unterbrechungen ben\u00f6tigt. Bei sch\u00f6nem Wetter w\u00fcrde ich aber jedem Wanderer zu einer Weinprobe mit leckerem Baguette auf einem der Rastpl\u00e4tze raten, so dass die Wanderung dann als Tageswanderung ausgef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Ediger Eller aus wanderten wir auf die andere Stra\u00dfenseite direkt auf den Moselwanderweg, der direkt am Ufer entlangf\u00fchrt. Er ist leider asphaltiert und nicht so sch\u00f6n romantisch, daf\u00fcr entsch\u00e4digt aber die Aussicht auf den sch\u00f6nen Calmont und die Mosel. Auf dem Fu\u00dfmarsch zur\u00fcck nach Bremm begegnete uns dann doch tats\u00e4chlich noch der Segelfalter, ein sicherlich sehr seltener Anblick, so dass wir dort noch ein wenig Verharren mussten, um ihn auf Zelluloid zu bannen. F\u00fcr den R\u00fcckweg nach Bremm ben\u00f6tigten wir nur etwa 20 min (trotz Unterbrechung). In Bremm, wie auch in Ediger Eller kann man sich nach der Wanderung die Weine in den zahlreichen Gastst\u00e4tten auf der Zunge zergehen lassen. F\u00fcr mich war es ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Ausflug. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an den Alpenverein vor Ort, der diesen Wanderweg entwickelt und umgesetzt hat. Diejenigen, die den Klettersteig nicht ausprobieren wollen, k\u00f6nnen auf einen Wanderweg ausweichen, der sich auch nach Ediger Eller f\u00fchrt aber auf dem Plateau entlangf\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Infos unter <a href=\"http:\/\/www.calmont-mosel.de\/\">www.calmont-mosel.de<\/a> oder Verkehrsamt Ediger-Eller, tel. 02675-1344.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>T\u00dcLLMANN, C.-H. (2004): Am Drahtseil durch die Reben. Rheinische Post 9.10.04, R3.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Artikel in der Rheinischen Post hat mich auf den steilsten Weinberg Deutschlands aufmerksam gemacht (T\u00dcLLMANN 2004).\u00a0 Sch\u00f6n archiviert im Ordner \u201eAusflugsziele\u201c fristete nun der Artikel sein Dasein. 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